Die Wandergruppe „Lust am Wandern“: offene Menschen – kleine Touren ist zu einem beliebten Treffpunkt für ältere Menschen in Aichwald geworden. Am Christi-Himmelfahrt-Tag trafen sich die Wanderinnen und Wanderer auf dem Parkplatz an der Waldschenke in Aichschieß zur Kurzwanderung rund um Aichschieß. Wanderführerin Ingeborg Reineke konnte wieder eine stattliche Anzahl von Wanderinnen und Wanderern begrüßen. Zuerst ging es am Quellgebiet des Gunzenbachs entlang und anschließend durch das Waldgebiet Trichtelhau. Hier berichtete die Wanderführerin eine Begebenheit aus dem Zweiten Weltkrieg: Der Wildbestand hatte sich in den Wäldern um Aichschieß fühlbar vermehrt. Besonders die Wildschweine waren zu einer Landplage geworden. Besonders auf die Kartoffeläcker und Wiesen hatten sie es abgesehen. In einer Nacht gruben sie ganze Stücke um. Deshalb entschloss sich die Gemeinde, eine Wildsaufalle anzulegen. Im Sommer 1946 gingen über Nacht 8 Borstenkittel in die Falle. Das war ein großer Erfolg. Aber nur einmal taten die Wildsäue den Aichschießern den Gefallen, sich fangen zu lassen. Die Tiere mieden die Stelle, wo mehrere ihrer Artgenossen verschwanden. Weiter ging der Weg durch das Gewand Stöckäcker zurück nach Aichschieß. Eine zweite Begebenheit aus früheren Zeiten berichtete die Wanderführerin der Gruppe, als der Ortskern erreicht worden war: Unterhalb der Aichschießer Kirche befand sich das alte Rathaus. Beim Abbruch des Gebäudes entdeckte man das Ortsgefängnis aus früheren Zeiten. Hier wurden Mädchen, die ledig ein Kind bekamen, für 8 – 14 Tage in eine etwa 2 qm große Arrestzelle eingesperrt. Als einzige Nahrung wurde ihnen Wasser und Brot gereicht. Zuvor musste die Person sonntags in der Kirche in der ersten Bankreihe sitzen. Hier wurde sie vom Pfarrer „von dr Kanzel gschmissa“, das heißt, sie wurde während des Gottesdienstes vom Pfarrer wegen ihres Fehltritts öffentlich gerügt. Die Burschen bekamen keine Strafen. Nach 1 ½ Stunden Wanderspaziergang erreichten wir das Gasthaus „Rössle“. Das Gasthaus zog seit Ende der zwanziger Jahre des vorhergehenden Jahrhunderts nicht nur Fremdengäste, sondern auch bei guter Schneelage, die es damals noch gab, zunehmend Skifahrer an. Die Umgebung eignete sich zum Skifahren. Die Wirtsleute hatten schon auf uns gewartet. Nach der Bestellung bedankte sich der Wanderfreund Horst Kübler, im Namen der Teilnehmer-/innen, mit einem Geschenk bei ihrem Wanderführer Robert Reineke für seine jahrzehntelange Arbeit als Wanderführer. Nach 44 Jahren als Wanderführer des Schwäbischen Albvereins tritt er nun seinen Ruhestand an.
